Verfasst von: Wolkencloud | Oktober 26, 2009

Link-Sterben analysiert

Knoten im Netz Das Internet ist für die meisten heutzutage gleichbedeutend mit WWW oder Web. Das das Web nur einer von vielen hunderten Diensten ist, die über das web abgewickelt werden, ist normalerweise auch für den Normalbenutzer auch nicht so wichtig. Aber interessant ist es zu wissen, warum das web so einen Siegeszug hingelegt hat, es war eigentlich nur ein einziger Grund:

Die Links auf einer HTML-Seite

Informationen, die es im Internet schon in Mengen gab, konnten so auf einfache Art miteinander verknüpft werden.
Jedes Dokument im Web wird durch eine eindeutige Adresse, einer URL (wikipedia), angesprochen. Mit Hilfe dieser URLs, die jeder auf einfachste art und Weise setzen kann entsteht einNetz, das bekanntlich das Weltumspannende Spinnennetz WWW (World Wide Web wikipedia) seinen Namen gegeben hat. Nur Seit einigen Jahren werden es immer weniger Links zwischen unterschiedlichen Seiten. Statt dessen wird nur noch innerhalb der eignen Site verwiesen.

Das Netz droht zu zerfallen.

Nur warum ist das so? Zum einen sind es natürlich die, die nicht kapiert haben, wie das web funktioniert. Zur Abwechslung sind es nicht nur die Politiker, die kamen erst später.

Die ersten waren wohl die, die zwar eine Webseite haben erstellen lassen, aber so stolz darauf waren, dass sie nicht wollten, dass man Links darauf setzt.  So dämlich kann mannicht sein, doch man kann:  Gericht: Fremde Links auf eigene Seiten kann man verbieten und einige mehr. Es geht nicht um die sogenannten Deep Links (wikipedia) mit denen man ein anderes Angebot als das eigne verkaufen kann, sondern tatsächlich darum, dass nicht jemand anderes Besucher auf die eigene Seite bringt. Das ist ungefähr so schlimm, wie wenn ich ein Geschäft oder Dienstleistung anbiete und dann Angst vor den Kunden habe.

Danach kamen die Probleme mit Verweisen auf Seiten, die irgendjemanden nicht gepasst haben, seien es radikale Seiten, Seiten mit Urheberrechtsverletzungen, oder auch nur Seiten, die gegen Rechts, die etwa ein durchgestrichenes Hakenkreuz enthielten (SpOn). Inzwischen ist das setzen von links direkt gefährlich geworden, da man sich ja den Inhalt der anderen seiten möglicherweise zu eigen macht. Also kamen die sogenannten Disclaimer, die aber komplett wirkungslos sind: Das Märchen vom Disclaimer, was sich bisher offensichtlich noch nicht rumgesprochen hat, da ein Webmaster von dem anderen abschreibt und insgeheim hofft, dass es doch etwas bringt.

Ich vergleiche die Disclaimer gerne mit Knoblauch aufhängen, oder Weihwasser, das ungefähr den gleichen Effekt hat.
drohen
Danach kam Gogole und die SEOs, die behaupten, dass ausgehende Links den Pagerank bei Google herabsetzen, was im gewissen Sinn zwar richtig ist, aber aus vielen anderen Gründen auch nicht so schlimm ist, aber das ist ein anderes Thema.

Gleichzeitig wurde und wird versucht möglichst viele Links von Seiten mit hohen Pagerank auf die eigene Seite zu bekommen. Das wurde so stark übertrieben, dass Foren und Blogs dazu mit unsinnigen Beiträgen, aber einem Link, missbraucht wurden.

Damit man trotzdem Links setzen kann und die Spammer ausbremst wurde das sogenannte nofollow-Attribut zu einem Link hinzugefügt.

Leider ist den Köpfen von vielen Webmastern immer noch drin, dass ausgehende Links etwas böses sind und die Webseite beim Pagerank aussaugt. Und natürlich haben viele auch Angst die wenigen kostbaren Besucher auf andere Seiten aufmerksam zu machen und sie so zu verlieren. Nicht dass die Besucher nicht wüssten, dass es noch andere Seiten gibt.

Leider hat das alles dazu geführt, dass viele Blog-Systeme sogar die Trackbacks auf nofollow setzen und den Grundgdanken des gegenseitig Verlinkens ad absurdum führen. natürlich werden damit die Kommentarspammer abgehalten, aber dafür gibt es sicher bessere Methoden, als das Netz an sich in Frage zu stellen.

Ein anderer wichtiger Punkt sind natürlich so einige Politiker, die zwar nicht wissen, was das Internet ist, dafür aber umso mehr Angst davor haben und mit möglichst schwammigen Gesetzen (wie sollte man auch etwas konkretisieren ohne einen Schimmer davon zu haben, um was es geht) die eigentlich Beurteilung den Richtern zu überlassen, und so eigentlich nur zeigen, dass sie unseren Rechtsstaat weder achten noch erhalten wollen. Aber zum Thema Gewaltenteilung und den Sinn vernünftiger Gesetze werde ich mich jetzt nicht äußern, wenn es auch schwer fällt) Und warum die aktuellen Gesetze mehr schaden und mehr Unsicherheit bringen, eigentlich sogar den rechtsfreien Raum erst erzeugen, ist Stoff für eine andere Abhandlung.

Ein andere Auswirkung der Link-Müdigkeit ist die sogenannte Blogmüdigkeit, wenn es auc nur eine kleinere Ursache dafür sein dürfte.

WWW Erdkugel

Hier geht es mir nur konkret darum, an alle zu apellieren und das Web zu retten, indem wieder Links gesetzt werden. Nicht irgendwohin, sondern auf interessante, passende Seiten, die einem selbst und anderen gefallen und weiterbringen. Es macht nur etwas Mühe, man muss isch ein paar Gedanken machen, und auch ein klein wenig aufpassen um in keine juristischen Fallstricke zu landen, aber es lohnt sich.

wolkentrenner

Mein Vorschlag wäre es, wenn wir das ganze mal zusammen üben und jeder sich vornimmt in seinem Blog mindestens zwei Links pro tag zu setzen. und schon blüht das Web wieder auf (ok, das war zu pathetisch)

Gut, erzählen kann jeder viel, aber zum einen gebe ich mir wirklich Mühe viele Links zu setzen und habe das nicht bereut, im Gegenteil die Besucher nehmen stetig zu. Und zum anderen biete ich mal einfach konkret an: Wer eine Interessante Seite zu diesem Thema hat, der braucht sie mir nur zu schicken und ich baue den link dazu ein. Das habe ich bei den anderen Artikeln zwar immer selbst gemacht und das gefundene aufgelistet, aber warum nicht mal andersherum? Also wer ein passende Seite hat, soll bitte einen Link hierher setzen, ein Kommentar schreiben (den ich auf Wunsch auch nicht veröffentliche) und setze diese Seite als Link hier im folgenden rein. So hat das Web zwei neue links und ich verspreche das es sich lohnen wird. Mit Geld-zurück-Garantie! (was bei kostenlos kein so großes Risiko ist).

Dann bin ich mal gespannt!

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Responses

  1. Nette Idee und vor allem gute Zusammenfassung.
    Habe aber leider keine passenden Blog, aber mal sehen.

  2. Habe gleich mal deinen schäuble-Witz auf meine Seite rübergenommen und danke für die erklärungen.

    • Der stammt zwar nicht von mir, ist aber schon krass.
      Egal, habe dich trotzdem verlinkt.

  3. Danke, das ging ja schnell. jetzt hat mein Traffic ja gewaltig zugelegt. Wie machst du das?

    • wieso? laut meiner Statistik sind es nur so um die 15 Besucher. Das liegt wohl daran, dass ich momentan nur zwei Links drin habe, da sich bisher noch kaum links drin habe und die Besucher wollen ja irgendwohin.

  4. […] lesenswert ist Claudias Analyse über das Link-Sterben. Wir Blogs leben ja schließlich von unserer Verlinkung und sollten uns das Link setzen immer […]

  5. Grundsätzlich sollten wir Blogger immer wieder an die Verlinkungen erinnern, in unseren Artikel sowie uns selbst. Es schläft doch immer gerne wieder ein 😉


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