Verfasst von: Wolkencloud | September 3, 2009

verzerrte Wahrnehmung

schwert1bMusste mal wieder bei einem Bekannten den Rechner richten. (Dafür dass nichts kaputt war und die „störenden flimmernden Striche“, nur der neu eingestellte Tabellenrand war, bin ich dankbar.)

Auf jeden Fall musste ich mir nach einer Tirade über Spams (jeden Tag mindestens 10 (!), Zeitverschwendung…) auch noch anhören, dass immer alles schlimmer wird, die DSL-Verbindung ist doch tatsächlich mal schon zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres für 5min ausgefallen.

Ja Leute, wie alt bin ich denn? Ich bin ja nicht mal die erste Generation, eigentlich sogar die dritte, die mit Computern aufgewachsen ist. Aber ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich überhaupt froh war ins Internet zu kommen. OK, Modems (echte, keine DSL-Modems) hatte ich selbst nicht mehr, aber ISDN war auch nicht gerade schnell, dafür aber sehr teuer. Flatrate? Den Begriff kannte niemand.

Und warum kann sich keiner mehr erinnern, dass es kaum mehr als 10 Jahre her ist, dass Telefonverbindungen auch mal abgebrochen sind? Warum ist keiner Froh darüber, dass ein Rechner überhaupt funktioniert und nicht wie zu Win-95-Zeiten regelmäßig abgeraucht ist.

Bin nur ich traumatisiert, dass ich als Teenager andauernd für alle Leute Windows neu aufsetzen durfte?

Kann sich denn keiner mehr an Backups auf 20 Disktetten erinnern? Was ist mit nichtdruckenden Druckern?

Hat mein Vater mich als Kind ins Internet gelassen? Sicher hätte er es gerne, aber dafür war es mir ohne WWW wohl zu langweilig gewesen, so er denn überhaupt zu Hause einen Zugang gehabt hätte. Und Gopher war sicher nichts für mich.

Aber von allen Seiten zu hören, wie langsam die Verbindungen seien, dass das herunterladen eines ‚popligen‘ 100min, HD-Films Stunden wenn nicht Tage dauern würde, geht sogar mir auf den Geist.

Leute macht mal Urlaub! Geht mal raus!

Nichts dagegen alles immer besser und schneller zu wollen, aber man darf die erfolge nicht übersehen, sonst macht das doch alles keinen Spass mehr!

Und noch älter fühle ich mich, wenn ich Leute sehe, die Panik bekommen, wenn sie mal ein paar Stunden offline sind.
Interessant, zum Teil erschreckend, oder eher aber motivierend sind Beobachtungen zu dem heutigen Internetverhalten. Zum Teil wird es immer schwieriger Realität und virtuelles unterscheiden zu können. Es absichtlich zu vermischen ist eine andere anregende Sache, aber die Fähigkeit unterscheiden zu können sollte geschult werden.

Dazu gibt es hier eine nette Sammlung: „Fake! Realität und Illusion“

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